
CHF 16’700 pro Quadratmeter. Das ist der aktuelle Durchschnittspreis für Immobilien in Zürich – Stand Februar 2026. Klingt nach viel? Ist es auch. Aber diese Zahl allein hilft Ihnen wenig, wenn Sie wissen wollen, ob eine konkrete Wohnung oder ein Haus fair bepreist ist. Die Preisspanne reicht nämlich von knapp CHF 10’000 bis über CHF 33’000 pro m². Zwischen einer 3-Zimmer-Wohnung im Kreis 11 und einer Attikawohnung am Zürichberg liegen Welten – preislich und qualitativ.
CHF 16’700/m² Durchschnitt | Wohnungen: CHF 16’858/m² | Häuser: CHF 16’185/m² | +4.3% gegenüber Vorjahr
In diesem Artikel
Durchschnittspreis CHF 16’700/m²: Was bedeutet das für Ihren Kauf?
Der Durchschnittspreis ist ein Orientierungswert – nicht mehr, nicht weniger. In meiner Analyse von Zürcher Transaktionsdaten beobachte ich regelmässig, dass Käufer diese Zahl falsch interpretieren. Sie rechnen: 100 m² mal CHF 16’700 gleich CHF 1.67 Millionen. Und wundern sich dann, warum jede passende Wohnung CHF 2 Millionen kostet.
Der Grund: 80% aller Wohnungen in Zürich bewegen sich in einer Preisspanne zwischen CHF 9’996 und CHF 33’567 pro Quadratmeter. Das bedeutet konkret: Eine 4-Zimmer-Wohnung mit 110 m² kann Sie je nach Lage, Baujahr und Ausstattung zwischen CHF 1.1 und CHF 3.7 Millionen kosten. Der Durchschnitt? Liegt irgendwo dazwischen.
Was in der Praxis oft unterschätzt wird: Die Differenz zwischen Angebotspreis und tatsächlichem Verkaufspreis. Im Zürcher Markt liegen die effektiven Verkaufspreise oft 5-15% unter den Inseraten – ein Unterschied, der bei einer 2-Millionen-Immobilie CHF 100’000 bis 300’000 ausmacht. Diese Beobachtung gilt primär für den städtischen Markt und variiert je nach Objekttyp sowie Verhandlungssituation.
4.3%
Preissteigerung bei Eigentumswohnungen in den letzten 12 Monaten
Gemäss BFS-Statistik stieg der Wohnimmobilienpreisindex für Einfamilienhäuser zuletzt um 1,5 Prozent, während Eigentumswohnungen nur noch 0,1 Prozent zulegten. Die Dynamik hat sich also verlangsamt – aber von hohem Niveau aus.
m²-Preise 2026: Wohnungen und Häuser im Detail
Die Unterscheidung nach Objekttyp ist entscheidend. Wer eine Eigentumswohnung sucht, zahlt im Median CHF 16’858 pro Quadratmeter. Bei Einfamilienhäusern sind es CHF 16’185. Das klingt ähnlich – aber die Gesamtbeträge unterscheiden sich massiv, weil Häuser schlicht grösser sind.

Eigentumswohnungen: Von Studio bis 5-Zimmer
Die folgende Übersicht zeigt die Medianpreise nach Zimmerzahl. Die 80%-Spanne schliesst die teuersten und günstigsten 10% aus – sie gibt Ihnen also den realistischen Preiskorridor für die meisten Objekte am Markt.
| Zimmeranzahl | Medianpreis | Preisspanne 80% |
|---|---|---|
| Studio | CHF 1 Mio. | ca. CHF 600’000 – 1.5 Mio. |
| 2-Zimmer | CHF 1.3 Mio. | ca. CHF 800’000 – 2 Mio. |
| 3-Zimmer | CHF 1.6 Mio. | ca. CHF 1 – 2.5 Mio. |
| 4-Zimmer | CHF 2 Mio. | ca. CHF 1.2 – 3.4 Mio. |
| 5-Zimmer | CHF 2.4 Mio. | ca. CHF 1.5 – 4 Mio. |
Aus Praxissicht empfehle ich, nicht nur den Medianpreis zu betrachten. Die Spanne zeigt: Für CHF 1.2 Millionen bekommen Sie entweder eine sehr gute 2-Zimmer-Wohnung oder eine einfache 4-Zimmer-Wohnung in weniger zentraler Lage. Die Entscheidung hängt von Ihren Prioritäten ab – Platz oder Prestige.
Einfamilienhäuser: CHF 2.1M bis CHF 4M je nach Grösse
Bei Einfamilienhäusern in Zürich sprechen wir über andere Dimensionen. Der Medianpreis liegt bei CHF 2.43 Millionen, die 80%-Spanne reicht von CHF 1.37 bis CHF 5 Millionen. Hier die Aufschlüsselung:
Hauspreise nach Zimmerzahl
- 4-Zimmer-Haus: CHF 2.1 Mio. (Spanne: CHF 1.7 – 2.5 Mio.)
- 5-Zimmer-Haus: CHF 2.4 Mio. (Spanne: CHF 1.9 – 2.8 Mio.)
- 6-Zimmer-Haus: CHF 2.7 Mio. (Spanne: CHF 2.2 – 3.3 Mio.)
- 7-Zimmer-Haus: CHF 3.3 Mio. (Spanne: CHF 2.6 – 3.9 Mio.)
- 8-Zimmer-Haus: CHF 4 Mio. (Spanne: CHF 3.2 – 4.8 Mio.)
Die aktuelle Prognose der ZKB für 2026 sieht weitere Preissteigerungen von 4,5 Prozent bei Eigenheimen im Kanton Zürich. Ein Grund: In der Stadt Zürich stehen aktuell nur noch 219 leere Wohnungen – bei einer Eigentumsquote von lediglich 10 Prozent.
Die teuersten Strassen – und wo Sie günstiger wohnen
Die Mikrolage entscheidet in Zürich über Hunderttausende Franken. Zwischen zwei Strassen im selben Quartier können die m²-Preise um 20-30% variieren. Das ist keine Theorie – das sind dokumentierte Unterschiede.

Hier die Top 5 der teuersten Strassen in Zürich – basierend auf detaillierten Preisdaten für Zürich, die 75 Strassen mit individuellen m²-Preisen erfassen:
Top 5 teuerste Strassen in Zürich (m²-Preis)
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Zollikerstrasse
CHF 22’972/m² – Spitzenreiter am Zürichberg
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Seefeldstrasse
CHF 21’971/m² – Zentrale Lage im beliebten Seefeld
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Mühlebachstrasse
CHF 21’946/m² – Ruhige Wohnlage, gehobenes Segment
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Brandschenkestrasse
CHF 21’129/m² – Nähe Paradeplatz und See
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Wibichstrasse
CHF 20’889/m² – Weniger bekannt, aber hochpreisig
Bei einem m²-Preis über CHF 20’000 rate ich zu besonders intensiver Prüfung: Rechtfertigt die Mikrolage wirklich den Aufpreis? Seeblick, Ruhe und Infrastruktur sind objektive Kriterien. Prestige allein sollte kein Kaufgrund sein – schon gar nicht bei Summen von CHF 3 Millionen aufwärts.
Günstigere Alternativen: In Quartieren wie Altstetten (Kreis 9), Schwamendingen (Kreis 12) oder Affoltern (Kreis 11) liegen die m²-Preise teils unter CHF 12’000. Die Anbindung an den ÖV ist dort oft besser als vermutet – und Sie sparen bei einer 100-m²-Wohnung schnell CHF 500’000 gegenüber zentralen Lagen.
+185% in 25 Jahren: Lohnt sich der Einstieg noch?
Die Langzeitperspektive ist beeindruckend: Eigentumswohnungen in Zürich haben in 25 Jahren um 185,1% zugelegt. Einfamilienhäuser sogar um 192,1%. Wer 1999 für CHF 500’000 kaufte, besitzt heute eine Immobilie im Wert von rund CHF 1.4 Millionen – allein durch Wertsteigerung, ohne Eigenleistung.
Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Geht das so weiter? Die Marktdaten belegen, dass die Dynamik der letzten Jahre anhält. Laut UBS-Analyse vom 4. Quartal 2025 stiegen die Eigenheimpreise um 4,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Prognose für 2026: weitere 3 Prozent Steigerung.
185%
Preissteigerung Eigentumswohnungen in Zürich über 25 Jahre
Eine wichtige Einordnung: Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index liegt aktuell bei 0,29 – im moderaten Bereich. Aber: Die Stadt Zürich weist gemäss UBS neu ein hohes Ungleichgewicht auf. Das bedeutet nicht zwingend eine Blase, aber erhöhte Aufmerksamkeit ist angebracht.
Für Käufer: Jetzt zuschlagen oder warten?
Die häufigste Fehleinschätzung, die ich beobachte: Käufer warten auf den perfekten Moment – und verpassen ihn. Die Zürcher Preisentwicklung kennt seit 25 Jahren im Trend nur eine Richtung: aufwärts.
Ihr Entscheidungsweg: Kaufen oder warten?
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Sie haben 25%+ Eigenkapital?
Prüfen Sie die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5%. Gemäss FINMA-Richtlinien müssen mindestens 10% des Eigenkapitals aus nicht gebundenen Mitteln stammen – also nicht aus der Pensionskasse.
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Sie sind flexibel bei der Lage?
Prüfen Sie Quartiere ausserhalb der Top-Lagen. Kreis 9, 11 und 12 bieten oft 30-40% tiefere m²-Preise bei guter ÖV-Anbindung.
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Sie planen langfristig (10+ Jahre)?
Die historische Wertsteigerung von durchschnittlich 4,5% pro Jahr macht Wohneigentum in Zürich zu einer soliden Langfristanlage. Kurzfristige Schwankungen spielen dann keine Rolle.
Die HEV-Prognose vom Januar 2026 verweist auf einen wichtigen Faktor: Die SNB hat den Leitzins im Juni 2025 auf 0 Prozent gesenkt. Hypothekarzinsen liegen stabil bei rund 1,5 Prozent. Das macht die Finanzierung historisch günstig – ein Argument für den Kauf.
Für Verkäufer: Wie Sie den optimalen Preis erzielen
Verkäufer unterschätzen oft, wie stark die Mikrolage den Preis beeinflusst. Ein Haus an der Zollikerstrasse (CHF 22’972/m²) ist nicht vergleichbar mit einem Objekt am Stadtrand – auch wenn beide in Zürich liegen.
Praxis-Empfehlung: Lassen Sie Ihre Immobilie professionell bewerten, bevor Sie einen Angebotspreis festlegen. Die Differenz zwischen Bauchgefühl und Marktwert beträgt in meiner Erfahrung oft 8-15% – in beide Richtungen. Bei einer 2-Millionen-Liegenschaft sind das CHF 160’000 bis 300’000.
Eine Beobachtung aus dokumentierten Praxisfällen: Ein Ehepaar im Kreis 8 hatte drei unterschiedliche Preisangaben von verschiedenen Quellen. Erst eine fundierte Analyse der Grundlagen persönlicher Finanzen und eine professionelle Bewertung zeigten, dass der Angebotspreis um 8% über dem realistischen Marktwert lag. Die Konsequenz: schnellere Anpassung, schnellerer Verkauf.

Ihre Fragen zu Immobilienpreisen in Zürich
Wie genau sind die Durchschnittspreise?
Durchschnittspreise geben einen Orientierungswert, keine Punktlandung. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Objektzustand, Stockwerk, Ausrichtung und Mikrolage um 20-40%. Relevanter ist die 80%-Preisspanne: Sie zeigt, wo sich die meisten vergleichbaren Objekte bewegen.
Warum unterscheiden sich Angebots- und Verkaufspreise?
Angebotspreise sind Wunschpreise der Verkäufer. Die effektiven Transaktionspreise liegen im Zürcher Markt oft 5-15% darunter. Diese Differenz entsteht durch Verhandlungen, überhöhte Ersteinschätzungen oder längere Verkaufszeiten bei unrealistischen Preisen.
Werden die Preise in Zürich weiter steigen?
Die Prognosen für 2026 liegen bei +3 bis +4,5 Prozent. Gründe: anhaltend tiefe Zinsen, extremes Angebots-Defizit (nur 219 Leerwohnungen in der Stadt) und hohe Zuwanderung. Eine Garantie gibt es nicht – aber die strukturellen Faktoren sprechen für weitere Steigerungen.
Wie finde ich den fairen Preis für meine Immobilie?
Eine professionelle Bewertung kombiniert drei Verfahren: Vergleichswert (ähnliche Objekte), Ertragswert (Mietpotenzial) und Sachwert (Baukosten). KI-gestützte Online-Bewertungen liefern in wenigen Minuten eine erste Einschätzung. Für verbindliche Werte sollten Sie einen Experten hinzuziehen.
Welche Quartiere sind noch erschwinglich?
Relativ günstiger sind Altstetten, Schwamendingen, Affoltern und Teile von Oerlikon. Die m²-Preise liegen dort oft unter CHF 12’000 – im Vergleich zu CHF 20’000+ in Seefeld oder am Zürichberg. Die Stadtentwicklung macht diese Quartiere zunehmend attraktiv.
Hinweise zu den Preisdaten
Die angegebenen Preise sind Durchschnittswerte und können je nach Objektzustand, Ausstattung und Mikrolage erheblich abweichen. Immobilienpreise unterliegen Marktschwankungen – eine aktuelle Bewertung vor jeder Transaktion ist empfohlen. Die 80%-Preisspanne schliesst 10% der günstigsten und 10% der teuersten Objekte aus.
Für verbindliche Einschätzungen konsultieren Sie einen FINMA-lizenzierten Immobilienbewerter oder Notar.
Ihr nächster Schritt
Die Zahlen liegen auf dem Tisch: CHF 16’700/m² Durchschnitt, Preisspannen von CHF 10’000 bis CHF 33’000, Steigerungen von 185% in 25 Jahren. Was bedeutet das für Ihre konkrete Situation?
Ihre Sofort-Massnahmen
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Definieren Sie Ihr Budget realistisch: Eigenkapital prüfen, Tragbarkeit mit 5% Kalkulationszins rechnen -
Vergleichen Sie Strassenpreise, nicht nur Quartiere – die Mikrolage macht den Unterschied -
Holen Sie eine Bewertung ein, bevor Sie kaufen oder verkaufen – nicht danach
Wer in Zürich kauft oder verkauft, bewegt sich in einem Markt mit klaren Strukturen – aber auch mit erheblichen Fallstricken für Unvorbereitete. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Daten treffen Sie fundierte Entscheidungen. Die Frage ist nur, ob Sie auf Bauchgefühl setzen oder auf verifizierte Marktpreise.